Freitag, 25.05.2018
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Archiv

Stadtarchiv Prozess musste unterbrochen werden

Der Strafprozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat am Mittwoch eine entscheidende Phase erreicht. Überraschend wurde bekannt, dass das Gutachten eines von der Justiz bestellten unabhängigen Sachverständigen fertig ist.


Demnach sei "zweifelsfrei" bewiesen, dass das Archiv eingestürzt sei, weil große Mengen Erdreich durch ein Loch in einer Stützwand tief im Boden in die Baugrube am Waidmarkt eindringen konnten.

Fehler und Pfusch beim Bau eben dieser seitlichen Wand seien Schuld, so die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Sie sieht sich durch das Gutachten in ihrer Anklage bestätigt.

Die Aussage des Gutachtens hat die Verteidigung und die Angeklagten überraschend getroffen. Möglicherweise dort sogar Spuren hinterlassen.

Der Prozess musste wegen Brechreiz einer Angeklagten abgebrochen werden. Die sichtlich mitgenommene KVB-Mitarbeiterin hatte die Aufsicht über die U-Bahnbaustelle Waidmarkt und ist wie die anderen Beschuldigten auch wegen Fahrlässiger Tötung angeklagt.

Ein Sprecher der Baufirmen erklärte, das Gutachten müsse erst noch ausgewertet werden und man wolle weiter ergebnisoffen auch die Möglichkeit eines hydraulischen Grundbruchs prüfen lassen. Anfang Juni wird der Gutachter mehrere Tage lang seine Schlussfolgerungen dem Gericht erklären.

Kölns Oberbürgermeistern Henriette Reker hat sich zu den neusten Entwicklung im Strafprozess um den Einsturz des Stadtarchivs geäußert. Mit dem jetzt vorgelegten Bericht des Gutachters seien die Chancen gestiegen, die strafrechtliche Bewertung der Vorgänge rechtzeitig vor Eintritt der Verjährung abschließen zu können, heißt es in einer Mitteilung.

Für die Kölner Gesellschaft und das rechtsempfinden vieler sei das ein ganz entscheidender Punkt, so Reker weiter.

(Meldung vom 17.05.2018/ GL)

 


 


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