Karnevals-Knigge: 11 goldene Regeln für Imis


Zunächst einmal ein paar allgemeine Sätze:
Bevor es losgeht, informieren Sie sich ausgiebig über Karneval - aber an der richtigen Stelle. Eine namhafte Krankenkasse schlägt zum Beispiel vor: "Sorgen Sie für eine tolle Partystimmung - ganz ohne Alkohol". Als Getränk wird unter anderem "Gewürzpunsch" vorgeschlagen. Sollten Sie dies in Betracht ziehen, bleiben Sie besser zuhause!
Gleichzeitig sollten Sie vor Anreise sich ärztlich checken lassen. Kreislaufprobleme, Lärmempfindlichkeit und Angst vor engen Situationen sind absolute no go´s. Die Erfahrung, dass eine Kneipe nie voll ist, wird für Sie neu sein. Es passt immer noch ein Jeck hinein. Bevor man sich ins Vergnügen stürzt, sollten Sie sich eine solide Grundlage verschaffen. Dies hilft meist.
Wohin man geht, ist zumeist egal. Weiberfastnacht ist die Radio Köln 107,1 Bühne genau richtig. Die richtigen Tipps für die tollen Tage gibt es - wie immer - auf Radio Köln 107,1 oder hier bei den Veranstaltungstipps.
Wenn nicht, sieht das Ergebnis zumindest interessanter aus. Jecken duzt man. Siezen ist uncool. Gleichzeitig sollten Sie nicht empfindlich sein, es sei denn, Sie wollen als Spaßbremse gehen. Dann empfehlen wir gleichzeitig, die Verkleidung wegzulassen und wünschen viel Spaß! Den werden Sie nicht haben, aber die anderen Jecken.
Hier die 11 goldenen Regeln von Radio Köln 107,1, damit Sie Karneval überleben:
1. Das Getränk
Wenn das Karnevalsgetränk in Köln, ein Bier, bestellt
wird, heißt dies in "Kölsch". Den Begriff
"Pils" oder "Alt" sollte man nicht verwenden,
sofern man nicht schlagkräftige Argumente gegen die
vorgenannten Getränke bekommen möchte. Auch nicht von
Vorteil ist es, Kölsch als "Pippi" oder
"Pippiwasser" zu bezeichnen. Auch hier ist der
Kölner empfindlich - und das zu Recht!
2. Das Behältnis
Bei dem Glas handelt es sich um die Kölschstange und nicht um
ein Reagenzglas. Wer meint, dass er mit der Laborbezeichnung
Beliebtheit erlangt oder einen tollten Gag landet, liegt daneben.
Die Stimmung sinkt in diesem Fall zusehends. Also besser Klappe
halten und einfach nur schlucken! Hebt die Stimmung - insbesondere
bei einem selbst.
3. Die Entsorgung
...gestaltet sich problematisch. Im Straßenkarneval
kann es teuer werden, da das Ordnungsamt ein Auge auf die
Wildpinkler hat. Daher: Entweder - bei entsprechender Menge im
Magen - wieder oben heraus oder einfach nach unten weglaufen lassen
und den Standort wechseln. Wenn´s regnet
fällt´s nicht auf. Ab 1,5 Promille fällt es einem
selber auch nicht mehr auf. Im Kneipenkarneval sollte man es
möglichst lange für sich behalten. Einmal die Toilette
aufgesucht (kann Stunden dauern!), nimmt der Harndrang in immer
kürzeren Abständen dramatisch zu. Die im
Straßenkarneval empfohlenen Entsorgungsmöglichkeiten sind
hier nicht empfehlenswert, es sei denn, man möchte gerade
geschlossene Bekanntschaften schlagartig beenden.
Liebe Immis! Danebenbenehmen könnt Ihr Euch zuhause in Gummersbach, in Duisburg oder wo Ihr sonst herkommt! In Köln heißt es Alaaf und nicht Helau. Wer meint, Helau sei witzig, dem sei angeraten: Einfach mal die Schnauze halten! Daneben liegt man auch, wenn man einen Kölner fragt, wo es denn hier zum Fasching oder zur Fastnacht geht. Bitte erspart uns das!
5. Handkäs
Gibt´s bei uns nicht. Bitte nach Mainz fahren.
Die haben nur leider keinen richtigen Karneval. Man kann halt nicht
alles im Leben haben?
6. Survivorpack
Um gerüstet zu sein, sollte man ein kleines
Survivorpack mitnehmen. Hierin sollten sein: Kopfschmerztabletten,
einen Zettel mit seiner Adresse (für den schlimmsten Fall),
Kondome und ein Mehrtageticket für die KVB und - Luxusvariante
- ein Kölschglashalter zum Umhängen. Uncool sind:
Schlechte Laune ("...ich geh nur wegen einer Freundin
mit").
7. KVB
Haupttransportmittel in den tollen Tagen und immer voll und nicht
wirklich im Takt - trotz aller Bemühungen: Die KVB! Entweder
kommt ewig keine Bahn oder es kommen fünf hintereinander. Ist
die Bahn voll, lieber warten und nicht in der Lichtschranke stehen
bleiben. Man ist zwar drin, aber solange die Tür offen ist,
bewegt sich nix. Wenn die Bahn zu voll ist, ernsthaft und laut
"Fahrkartenkontrolle" rufen. Die Bahn leert sich dann in
der Regel recht schnell. Der rote Hahn ist auch bei der KVB
die Notbremse und ist kein Zapfhahn. Wird sie trotzdem gezogen,
kommt für die anderen Jecken an den nachfolgenden
Haltestellen lange keine Bahn und dann - viel später -
fünf hintereinander (siehe oben). Daher: Bitte nicht! Sollte
eine Bahn dennoch mal länger stehen bleiben, wird in der Bahn
gefeiert! Macht auch nix; Hauptsache Party! Nachteil: Kein
Kölsch-Nachschub! Wo es klemmt, veraten wir übrigens rund
um die Uhr auf Radio Köln 107,1 in den Verkehrshinweisen.
8. Mitsingen
Stürzt man sich in den Kölner Karneval, sollte man
zumindest die wichtigsten Refrains können. Kommt aber nach dem
zehnten Kölsch und der zehnten Wiederholung automatisch.
Lautstärke ersetzt dabei nicht Textunsicherheit: Auch wer Viva
Colonia mitgrölen kann darf sich noch als Kölner
fühlen. P.S.: Es tauchen immer wieder Leute auf, deren
einziges Lied ist "Viva Colonia". Diesen einfältigen
Jecken sei gesagt: Es gibt noch ganz viele andere Karnevalslieder.
Echt! Einfach mal bei Kölsch un Jotreinhören!
Ohne Verkleidung ist uncool. Als Mönch oder Gefängnisinsasse ist es albern. Die witzigsten Kostüme kommen nicht nur bei den Jecken an, sondern haben beste Chancen in Kontakt mit dem anderen und gleichen Geschlecht (Köln!) zu kommen. Je nach Orientierung ist vor dem Näherkommen sicherzustellen, wer eigentlich darunter steckt. Es sei denn, man ist auch sonst im Leben ein Freund von Glücksreisen. Dann wünschen wir viel Spaß!
10. Heimweg
Wenn man Glück hat, erwischt man ein Taxi. Glück im
Unglück ist es, wenn man ein Taxi erwischt, das aus Bergheim
kommt und in Köln Fahrgäste wildert und sich nicht
auskennt. Wenn kein Taxi, dann kommt man vielleicht noch mit der
KVB (Punkt 7) weiter. Aufpassen, dass man an der richtigen
Haltestelle aussteigt. Ob Taxi oder Bahn - man sollte dies in
Würde tun. Insbesondere bitte erst nach dem Aussteigen kotzen.
Spart viel Schadenfreude und Korrespondenz mit der
Haftpflichtversicherung.
Karneval ist kein Ponyreiten und kein Kindergeburtstag, sondern harte Arbeit! Nach dem Aufwachen - Hallo Wachdürfte schon vorbei sein - sollte man unauffällig checken, ob einem das Schlafzimmer bekannt vorkommt und ob es überhaupt das Schlafzimmer ist und nicht das Wartehäuschen am Neumarkt. Wenn nein, sollte man gucken, wer neben einem liegt und ob man vor dem Frühstück gehen möchte oder gar sollte. Wenn man in eigenen Bett liegt, erst mal entspannen! Dann testen, ob man noch hören kann. Mit dem Ausstoßen von Tönen kann man gleichzeitig Erkenntnisse ermitteln, ob noch etwas Stimme da ist. Wenn nein, erstmal liegen bleiben. Nach einem ausgiebigen Frühstück hat man sich aufzuraffen und sich wieder in den Kneipenkarneval zu stürzen. Das erste Kölsch schmeckt nicht wirklich. Jetzt aufgeben gilt aber nicht, auch bei leichten Abwehrreaktionen des Magens nicht. Das zweite Kölsch bekommt einem bedingt und ab dem fünften Kölsch ist man wieder voll dabei - zumindest merkt man nicht mehr viel. Neue Beschwerden verdrängen die alten Beschwerden. Nunmehr wieder an die Regeln von 1.) beginnend halten.
Wie man ausgesehen hat, kann man vielleicht dann in einem der Bilderalben auf www.radiokoeln.de sehen.
Was im Karneval abging und abgeht, steht in dem karnevalistischen Weblog Kölns, dem Jeckenreport 2009!












