Musik

Geschichtsstunde für die Skandalrapper

"Wir nehmen die Einladung an," bestätigte der Rapper Farid Bang (31) gegenüber der "Bild": Gemeint ist die Anfrage des Internationalen Auschwitz-Komitees, das ihn und seinen musikalischen Mitstreiter Kollegah (33) nun zum Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau eingeladen hat. Der Grund dafür dürfte allseits bekannt sein. Das Komitee reagiert damit auf die antisemitischen Textzeilen der Musiker. "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen", rappen die beiden Prollo-Hip-Hopper in ihrem Song "0815". Als das im Rahmen der Echo-Verleihung an die breite Öffentlichkeit kam, folgte ein Aufschrei in der Medienlandschaft.

Indem sie die Einladung nach Auschwitz nun annehmen, senden die Rapper aber möglicherweise ein Zeichen der Einsicht. Christoph Heubner (68), Vizepräsident des Komitees, betrachtet es als ein solches: "Das ist ein Signal an ihre vielen Fans", gab er zu Protokoll. Vor Ort dürfen sich die beiden muskulösen Musiker dann selbst ein Bild vom Ausmaß der nationalsozialistischen Terrorherrschaft machen und ihre Textzeilen reflektieren.

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Bereits im Vorfeld der Echo-Preisverleihung sorgte die Nominierung des kollaborativen Albums "Jung, brutal, gutaussehend 3" für Kritik. Die tatsächliche Auszeichnung von Farid Bang und Kollegah sowie ihr Live-Auftritt sorgten dann für den Eklat. Der Skandal schlug riesige Wellen und gipfelte letztendlich sogar in der Abschaffung des Musikpreises in seiner jetzigen Form. Die gesellschaftspolitische Debatte, die dadurch losgetreten wurde, ist für die jüngere Vergangenheit beispiellos. Antisemitismus wird wieder als ernstzunehmendes Problem thematisiert.

Ob die beiden Rapper tatsächlich antisemtische Intentionen hegten, ist letztendlich schwierig zu sagen. Möglicherweise suchten sie auch gezielt die Provokation und den Tabubruch. Sicher ist jedoch, dass der aktuell stattfindende Diskurs ein relevanter ist. Dass die beiden Skandalmusiker nun tatsächlich die Einladung angenommen haben und das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau am 3. Juni besuchen wollen, wird von vielen Seiten als Schritt in die richtige Richtung angesehen.

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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